Oldtimerfreunde Papenburg und Umgebung e. V.

                 

Über uns



Mein Oldtimer - Mitglieder berichten über Ihr Hobby:


    1. Golf 1 Cabrio Bj. 1979 ( Eigentümer Jürgen Brockelmann)


Als langjähriger  Oldtimer - Motorradfahrer stand ich vor der Situation, dass meine Frau nicht mehr im Seitenwagen und schon gar nicht als Sozius mitfahren wollte. Ich finde aber das Hobby macht allein nur halb so viel Spaß. Was soll man auch in den Fahrpausen ohne Frau machen? Also musste ein Oldtimer - Auto her. Aber welches? Folgende Auswahlkriterien fand ich wichtig:

1. Nicht teurer als € 8000,--  2. H - Kennzeichen mit Gutachten  3. möglichst guter fahrbereiter Zustand  4. Cabrio  5. problemlose Ersatzteilversorgung  6. geeignet für längere Fahrten - auch auf der Autobahn - um auf eigener Achse zu Veranstaltungen anreisen zu können.

Nach Beobachtung des Marktes kam eigentlich nur das Golf 1 Cabrio in Frage. Wir haben dann auch schnell ein gut restauriertes Golf 1 Cabrio in der weiteren Umgebung gefunden und fahren ohne Probleme auch lange Strecken.

(J.B.)


2. IWL - Troll Bj. 1964 









Nur immer Cabrio Fahren ist ja auch langweilig. Leider passt in meine Garage kein Gespann neben den Golf. Nach einer missglückten Beziehung zu einer Honda - NTV ( zu modern, zu schnell, zu stressig) fahre ich jetzt mit dem Ossi -Roller. Im Verein ist der Heinkel - Tourist weit verbreitet. Mir gefällt er ja auch, aber ich finde ihn einfach zu teuer. Für Touren über kleine Straßen im Emsland ist der Troll prima - nur bei Seitenwind muss man intensiv fahrerisches Können bemühen.


Inzwischen habe ich den Roller an einen netten Rollerfan aus Berlin verkauft.

(J.B.)


3. Der Heinkel Roller


Früher waren unsere geliebten Oldies billige Gebrauchtfahrzeuge. Ich konnte 1968 einen Heinkel Roller von einem Vereinskameraden für 100 DM erwerben. Das war die Gelegenheit für den ersten Urlaub mit eigenem Fahrzeug - weit weg von den Eltern. Als armer Schüler war ich sehr froh über das Deutsch - Französische Jugendwerk, das  die Jugendgemeinschaftsdienste in Frankreich bezuschusste. Also ab von Moers nach St. Leger Sous Beauvray. Ich wollte auf dem Weg in Romorantin eine Brieffreundin besuchen, die auf dem Foto einen knackigen Eindruck machte. Die Vorbereitung des Rollers beschränkte sich auf einen Anstrich mit grünem Flüssigkunststoff - eigentlich gedacht für Garagenböden. Die gebrochenen Federn in der Telegabel reparierte ich durch Einlage von zurechtgefeilten Plastikstücken. Da ich die ca. 750 Km von Moers bis Romorantin nicht in einem Rutsch bewältigen konnte, hatte ich eine Zwischenübernachtung in einer Jugendherberge geplant. Alles lief prima, bis kurz vor der Jugendherberge der Motor ausging und nicht wieder anzuwerfen war. Ich schob den Roller die letzten Kilometer und übernachtete erst einmal mit Gesang und viel Wein in der Jugendherberge. Am nächsten Morgen wollte ich den Roller wieder zum laufen bringen - leider fehlten dazu die technischen Kenntnisse. Ich konnte nur die Kerze rein- und rausschrauben und den Roller anschieben - der Heinkel hat ja  nur einen elektrischen Anlasser aber keinen Kickstarter. Das habe ich dann etwa 4 - 5 Stunden bei brüllender Hitze immer wiederholt, bis der Roller am frühen Nachmittag kommentarlos wieder ansprang. Völlig fertig befestigte ich meine beiden Koffer und ruhte mich auf der Landstraße von den Anschiebestrapazen aus. In dieser Gegend sind die französischen Landstraßen verkehrsarm, schnurgerade und hügelig. Bergauf schaffte ich es so mit 60 - bergab mit knapp 90. Und so näherte ich mich froh aber sehr müde dem schönen Romorantin. 

Als nächstes Erlebnis wachte ich im Straßengraben auf und schaute zu einem  besorgt blickenden Franzosen hinauf. Was er sagte verstand ich nicht, aber er half mir den Roller wieder auf die Straße zu stellen. Dabei wurde mir klar, dass ich auf der Landstraße einen U - Turn geschafft hatte, da ich auf der anderen Straßenseite und entgegen meiner ursprünglichen Fahrtrichtung in den Straßengraben sauber eingepasst war. Der Roller sprang problemlos wieder an und ich fuhr zu meiner Brieffreundin. Allerdings wurde meine rechte Hand immer dicker und der Roller fuhr sich etwas anders. In Romorantin hatte sich die rechte Hand zum Fleischklumpen entwickelt und das Kennenlernenen mit der Brieffreundin fand beim Arztbesuch statt. Das wirkte einer Romanze entgegen. Die Diagnosen: rechte Hand angebrochen - Rollerrahmen nach hinten gestaucht. Auch auf dem Foto ist das zu sehen - der Scheinwerfer leuchtete nur noch nach oben.

Trotzdem habe ich es dann mit einem festen Verband bis ins internationale Jugendcamp geschafft und bin  nach 4 Wochen ohne Gips wieder nach Hause gefahren. Den Heinkel habe ich dann schnell für 100 DM wieder verkauft. Alles in allem  war es also ein erlebnisreicher Rollerurlaub.

(J.B.)


4. EMW R 35/3 (Eigentümer Jürgen Brockelmann)

Nun habe ich mir eine EMW R 35/3 zugelegt. Meine Eltern sind 1955 aus der DDR abgehauen. Ihr Fahrzeug war eine fabrikneue EMW R 35/3. Als Kind hat mich mein Vater ab und zu auf den Tank gesetzt und eine kleine Runde gedreht. Vermutlich wurde ich damals mit dem Motorradvirus infiziert. Das hatte auch zur Folge, dass ich schon immer eine EMW besitzen wollte.

Ich sehe mich schon stolz wie Oscar auf dem nächsten Oldtimertreff und dann kommt der Vorwurf: "Dat is aber  nicht originool !  Das stimmt, wenn man unter Originalzustand den Zustand versteht in dem das Motorrad die Fabrik verlassen hat.

Ehrlich gesagt habe ich ähnlich gedacht und dies dem Vorbesitzer zwecks Preisverhandlung vorgehalten. Als ich dann die Maschine zu Hause hatte, habe ich die Unterlagen des Vorvorbesitzers gesichtet und weiter nachgeforscht. Da ergab sich nun dieser Sachverhalt:

Meine EMW R 35/3 ist laut Typenschild Erstzulassung 1.7.1952. Das Typenschild ist aber offensichtlich neu und auch Aluplaketten sind geduldig. Nach allen Literaturangaben wurde die R 53/3 ab Juli 1952 gebaut.Nun war das ehemalige BMW Werk Eisenach ja inzwischen eine sowjetische Aktiengesellschaft und firmierte unter Awtowelo BMW Eisenach. Es baute die Autos BMW 321,327, 340 und das Motorrad BMW R 35. Die russischen Besatzer hatten nämlich erkannt, dass es günstiger ist als Reparationen fertige Produkte in die Sowjetunion zu bringen, als ausgelutschte Fertigungsanlagen zu demontieren. BMW München war naturgemäß von der sowjetischen Konkurrenz unter seiner Marke nicht begeistert, prozessierte und gewann. Da die Eisenacher Produkte auch in das westliche Ausland exportiert wurden, bestand nach dem Gerichtsurteil die Gefahr der Beschlagnahme wegen Markenpiraterie. Im Ostblock gab es diese Gefahr natürlich nicht. Am 5. Juni 1952 wurde dann das Werk Eisenach vom damaligen sowjetischen Generaldirektor feierlich an die jubelnden Werktätigen der DDR übergeben und erhielt den Namen "VEB IFA Automobilfabrik EMW Eisenach". Allerdings trugen die dort produzierten Autos und Motorräder nach Angaben in der Literatur erst ab August 1952 das neue Firmenzeichen EMW. Auf dem Typenschild meines Motorrades steht auch Awtowelo  - BMW. Ich denke, dass das Motorrad irgendwann aus zur Verfügung stehenden Komponenten zusammengebaut wurde. Dafür spricht auch der Motor, der von der Nummer zur Baureihe BMW R 35/2 gehört und noch noch die Kurbelgehäuseentlüftung in den Zylinderkopf führt. BMW und EMW haben ihre Motorräder nummerngleich an den Kunden ausgeliefert. Das bedeutet, dass Rahmen, Motor und Getriebe die gleiche Nummer hatten. Meine Motornummer fällt nun eindeutig in die BMW-Zeit. Getriebenummer und Rahmennummer sind verschieden, viel niedriger und passen nicht in das System. Ich vermute, daß es sich bei Getriebe und Rahmen um Ersatzteile handelt. In der Ersatzteilliste sind beide Posten aufgeführt. In der DDR war es nicht ungewöhnlich ein Motorrad mit Teilen, die eben zu beschaffen waren, am Laufen zu halten. Inzwischen habe ich Plaketten und Kniekissen auf EMW umgestellt. Da der 3. Gang zunehmend heraussprang und die Übersetzung für Seitenwagenbetrieb verbaut war, habe ich das Getriebe grundüberholen  und eine spezielle lange Soloübersetzung einbauen lassen. Da wurde gleich wieder klar, dass das Oldiehobby uns nicht nur lieb sondern auch teuer ist. 

(J.B.)


5. MINIMO- JOKY (Eigentümer Jürgen Brockelmann)



 

Mein neustes Spielzeug ist ein MINIMO-JOKY, Baujahr 1975. Laut Wikipedia ist das MINIMO das erste Klappmokick der Welt. Es wurde 1968 von der Fa. W. F. Poppe und Sohn auf den Markt gebracht. Eine Beschreibung findet sich in der Zeitschrift HOBBY 16/68. Die gebauten Stückzahlen konnte ich bisher noch nicht erfahren, aber das MINIMO ist eindeutig sehr selten. Ich hatte es vorher noch nie  - weder im Museum noch auf der Straße - gesehen. Das Minimo hat einen auseinandernehmbaren Aluguss Rahmen und einen ILO Motor mit Seilstarter. Es verfügt nur über einen Gang und eine Fliehkraftkupplung. Der  50 ccm Motor hat 1,5 PS und geht ganz schön ab. Die Tachometerskala endet bei 40 Km/h, aber der Motor dreht unter durchdrigendem Heulen munter weiter. Angeblich soll man über 50 Sachen schaffen können. Da das MINIMO nur 8 Zoll Räder hat und keine Federung, ist das Fahrverhalten wie bei einem billigen Klapprad - nur schneller. Aber der Mut soll ja mit der Herausforderung steigen. Mein MINIMO habe ich von einem offensichtlich äußerst begabten und sorgfältigen Oldtimerfreund gekauft. Einen solch rundherum perfekten Zustand (echte 2+ oder 1) hatte ich vorher noch nie gesehen. Da fand ich auch den Preis angemessen.

J.B.